Ilahi Qanunning Tehezurati

Yazarmen: Kurasch Umar Atahan

>>>☆<<<

Dunya Güzellik, Halalliq We Muhabbet Üstige Qurulghan;

Ilahi Qanun Dayim Üstümizde Heriket Halettedur!

Ishlar Bir-Birige Sewep Netijelik Baghlan’ghan. Herqandaq Ish Sewepsiz Emestur!

Tebiyetning Qanuniyitige Qarshi Emes, Mas Qedemde Oyla, Tepekkur Qil We Yasha! Ishlar Bash Qaturghanche Téximu Tersige Kétidu;

Özengge Bek Ishinip Ketme, Nöl Levilda Tur, Dayim Kainatning Awazigha Qulaq Sal; Aldirima, Ach Közlük Qilma, Semimi, Séxi, Pidakar We Ilijanap Bolghin. Herqanche Küchüyüp Ketken Bolsangmu Artuqche Ghururlargha Tayinip, Özengdin Bihude Pexirlinip, Arqamda Téghim Bar,-Dep Körenglep Ketme;

Heddingdin Ashtingmu Ishlar Tersige Sürülüp Kétidu; Bedendiki, Rohtiki We Meniwiyettiki Barliq Illetler Tebiyet Qanuniyitige Hürmet Qilmighanliqtin Otturgha Chiqidu! Hayatimda Sorun Yashimay, Yükümni Rabbim Toshisun, Men Yashashni Biley Diseng Uning Iradisi Boyinche Heriket Qil!   Hemishe Jel-Janiwarlardek, Qurut Qongghuzlardek We Gül-Giyalardek Xudung Bilen Yasha;  Mawsumning Rétimige Egesh, Baharning Kélishini Küt! Qarangghu Yer Astidiki Uruqmu Imkanlar Piship Yétilip, Purset Kelgüche Kütidu, Küch Toplaydu; Qushlar Tuxum Ichide Ümütwarliq Bilen Uchushqa Teyyarliq Qilidu! Haywanlar Sebir Ichide Ata-Ana Baghrida Hayatqa Hazirkinidu; Aldiraqsanliq Qilsang, Bir Qarisang Ishlar Toghra Kétiwatqandek Qilghan Bilen, Yene Bir Qarisang Ishlar Sen Oylighandek Emes, Tetürsige Chüshüp Kétidu;

Sen Özengge Ishinip Jayilliq Qilghanche Haling Téximu Yaman Bolidu! Sudek Sakin Yasha, Tupraqtek Sessiz Bol, Ösümliktek Sadasiz Ös, Hawadek Yumshaq Bol, Ottek Hararitingni Ayima We Yultuzlardek Uzaqtin Nurungni Chach…Her Ishta Tengrining Bir Pilani Bar, Sen Men Qildim Digenkerni, U Sanggha Qilduridu;

Xulasekalam Seni Sen Emes Séning Sahibing Sen Arzu Qilghan Emes, Özi Irade Qilghan Bir Yolgha Salidu! Sening Mawjutlighinggha, Xam-Xiyalliringgha, Oy-Pikirlingge, Heriketliringge, Shatliq Hep Qayghuliringgha  We Shundaqla Bixeterlikingge 24 Saet Rabbim Igedur!

☆☆☆><☆☆☆

Gerne, hier ist die Übersetzung vom Uigurischen ins Deutsche:

Die Ordnung des göttlichen Gesetzes

>>>☆<<<

Die Welt ist auf Schönheit, Rechtmäßigkeit und Liebe aufgebaut;

das göttliche Gesetz wirkt jederzeit über uns!

Alles ist ursächlich miteinander verbunden –

nichts geschieht ohne Ursache.

Handle nicht gegen die Gesetze der Natur;

denke Schritt für Schritt nach, reflektiere und lebe so!

Denn wenn Dinge ihren Anfang nehmen,

können sie sich später sogar ins Gegenteil verkehren.

Vertraue dir selbst nicht blind;

bleibe auf Null-Niveau,

lausche stets der Stimme des Universums.

Handle nicht hastig, sei nicht gierig;

sei aufrichtig, großzügig, aufopfernd und bescheiden.

Auch wenn du an Stärke gewinnst,

stütze dich nicht auf übermäßigen Stolz,

brüste dich nicht eitel mit dir selbst

und wähne dich nicht hochmütig mit dem Gedanken:

„Ich habe noch Reserven im Rücken.“

Überschreitest du deine Grenze,

wenden sich die Dinge gegen dich.

Alle Krankheiten des Körpers, der Seele

und des geistigen Lebens entstehen daraus,

dass man die Gesetze der Natur nicht achtet!

Wenn du sagst:

„Ich will ohne Probleme leben,

meine Last soll mein Herr tragen,

ich will wissen, wie man lebt“,

dann handle nach Seinem Willen!

Lebe in Harmonie –

wie Tiere,

wie Würmer und Insekten,

wie Blumen und Pflanzen.

Füge dich dem Rhythmus der Jahreszeiten,

warte auf das Kommen des Frühlings!

Selbst der Same tief unter dunkler Erde

reift voller Möglichkeiten,

wartet geduldig auf seine Zeit

und sammelt Kraft.

Die Vögel bereiten sich im Ei

hoffnungsvoll auf den Flug vor;

die Tiere reifen in Geduld

im Schutz von Mutter und Vater

für das Leben heran.

Wenn du dich beeilst,

scheinen die Dinge auf den ersten Blick richtig zu laufen;

doch beim zweiten Blick

zeigt sich, dass sie nicht so verlaufen,

wie du es dir gedacht hast,

sondern ins Gegenteil kippen.

Je mehr du dich selbstgefällig auf dich verlässt,

desto schlechter wird deine Lage.

Lebe ruhig wie Wasser,

sei still wie die Erde,

wachse lautlos wie die Pflanzen,

sei sanft wie die Luft,

halte deine Hitze wie das Feuer zurück

und verbreite dein Licht aus der Ferne

wie die Sterne.

In allem gibt es einen Plan Gottes;

was du sagst: „Ich habe es getan“,

das lässt Er dich tun.

Zusammengefasst:

Nicht du besitzt dich selbst –

dein Besitzer führt dich

nicht auf den Weg deiner Wünsche,

sondern auf den Weg Seines Willens.

Dein Dasein,

deine Gedanken und Fantasien,

deine Überlegungen,

deine Handlungen,

dein Glück und deine Sorgen

sowie deine Sicherheit

stehen 24 Stunden unter der Obhut deines Herrn.

☆☆☆><☆☆☆

1. Ontologischer Grundgedanke: Eine geordnete Welt

Der Text geht von einer teleologischen Weltsicht aus:

Die Welt ist nicht zufällig, sondern auf Schönheit, Rechtmäßigkeit und Liebe hin geordnet. Diese Ordnung wird als göttliches Gesetz verstanden – vergleichbar mit:

dem Logos der antiken Philosophie (Heraklit, Stoiker),

der Naturordnung bei Aristoteles,

dem göttlichen Maß (Mīzān) in der islamischen Metaphysik.

Nichts geschieht ohne Ursache: Der Text bekennt sich klar zum Kausalitätsprinzip. Freiheit existiert nicht als Willkür, sondern als Eingebundensein in Gesetzmäßigkeit.

2. Ethik der Maßhaltung: Die Grenze des Menschen

Ein zentrales Motiv ist die Warnung vor Überschreitung der eigenen Grenze.

Der Mensch irrt, wenn er glaubt, seine Stärke, sein Wissen oder seine Reserven seien unbegrenzt.

Hier klingt an:

die griechische Warnung vor Hybris,

die islamische Ethik der Bescheidenheit (Tawāḍuʿ),

die taoistische Idee des Nicht-Erzwingens (Wu Wei).

Wer über seine Grenze hinausgeht, kehrt Ursache in Wirkung gegen sich selbst um.

Krankheit – körperlich, seelisch, geistig – wird nicht nur biologisch verstanden, sondern als Folge der Entfremdung von der natürlichen Ordnung.

3. Anthropologische Demut: Der Mensch besitzt sich nicht selbst

Ein besonders tiefer Gedanke ist:

„Nicht du besitzt dich selbst.“

Der Mensch ist Verwalter, nicht Eigentümer seines Lebens.

Das widerspricht dem modernen Ideal des autonomen, souveränen Ichs und stellt ihm ein theozentrisches Menschenbild entgegen:

Der Wille des Menschen ist real,

aber eingebettet in den höheren Willen Gottes.

Das bedeutet nicht Fatalismus, sondern verantwortete Hingabe:

Der Mensch handelt – aber nicht unabhängig vom Sinnzusammenhang des Ganzen.

4. Natur als Lehrmeisterin: Geduld statt Hast

Die Naturbilder (Same, Ei, Jahreszeiten, Tiere, Pflanzen) sind moralische Analogien:

Reife braucht Zeit.

Entwicklung geschieht im Verborgenen.

Beschleunigung zerstört innere Ordnung.

Der Text kritisiert die moderne Hast, den Wunsch nach sofortigem Erfolg, und zeigt:

Was zu früh erzwungen wird, kippt später ins Gegenteil.

Geduld ist hier keine Schwäche, sondern kosmische Weisheit.

5. Die fünf Elemente als Lebenshaltung

Die Aufforderung, wie Wasser, Erde, Pflanze, Luft, Feuer und Sterne zu sein, ist eine spirituelle Charakterlehre:

Wasser – Gelassenheit

Erde – Stabilität

Pflanzen – stilles Wachstum

Luft – Sanftheit

Feuer – gezügelte Kraft

Sterne – Wirken ohne Lärm

Wahre Wirkung geschieht ohne Selbstinszenierung.

6. Freiheit im Gehorsam

Paradox, aber zentral:

Gott lässt dich tun, was du tust – doch innerhalb Seines Plans.

Freiheit bedeutet hier nicht Selbstherrschaft, sondern Harmonie mit dem göttlichen Willen.

Der Mensch lebt gut, wenn er nicht gegen den Rhythmus des Seins arbeitet.

7. Gesamtsynthese

Der Text lehrt:

Demut statt Ego

Geduld statt Hast

Maß statt Überschreitung

Hingabe statt Kontrolle

Harmonie statt Kampf

Er ist zugleich spirituelle Ethik, Naturphilosophie und Lebensanleitung – tief verwurzelt in einer traditionellen, nicht-modernen Weisheit, die den Menschen als Teil eines sinnvollen, getragenen Kosmos versteht.

K.U.A

27.12.2025 – Deutschland

Hinterlasse einen Kommentar