-Dem ersten Jahrestag des Heimgangs meiner Frau Méhrinsa Ismail gewidmet
(Merse / Trauergedicht)

Autor: Kurasch Umar Atahan
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An diesem Tag
fiel ein Feuer in mein Inneres.
An diesem Tag
gingst du für immer
auf die Reise in die ewige Welt.
Jemand sagte:
„Man hat dir das Leben genommen …“
Doch selbst dann
konnte ich es nicht glauben.
Wie ein leuchtender Stern
verloschst du
im Bruchteil eines Augenblicks
direkt vor meinen Augen.
An diesem Tag
ergaben wir uns dem Unglück.
An diesem Tag
regnete es Trauer
in die Herzen.
An diesem Tag
legte der Himmel
schwarz gekleidet Trauer an
und weinte still.
An diesem Tag
sank uns der Atem
tief in die Brust.
An diesem Tag
überkam uns eine seltsame Fremdheit.
Unsere Kraft
reichte nicht aus,
dich festzuhalten,
dich bei uns zu behalten.
Wir fanden keinen anderen Ausweg,
als uns dem Schicksal zu beugen,
dem vorbestimmten Los
auf unserer Stirn.
An diesem Tag
meine Kinder …
meine Freunde …
wir blieben zurück
wie auf einer einsamen Insel,
verloren,
zitternd,
verängstigt …
In alle vier Richtungen blickend,
auf dem Schlachtfeld des Lebens,
hier in der Fremde,
weinend und klagend
in Schmerz und Kummer.
An diesem Tag
besetzte deine Abwesenheit
unsere Herzen.
An diesem Tag
durchfuhr meinen Körper eisige Kälte.
An diesem Tag
rissen meine Kinder sich die Kragen auf,
beugten im Waisendasein die Köpfe
und weinten
in Trauer und Sehnsucht.
An diesem Tag
verblassten die Farben der Blumen.
An diesem Tag
brach eine Blume der Uiguren.
An diesem Tag
legte sich Dunkelheit
schmerzlich über unser Haus.
An diesem Tag
beugte das Unglück
die Körper meiner Kinder.
An diesem Tag
blieben wir getrennt von dir zurück
und erst jetzt
erkannten wir deinen wahren Wert,
o Blume des Tengritagh …
Wie einst zuvor
lebst du nun
für immer
in unseren Herzen.
An diesem Tag
gedenken wir deiner
mit unseren Kindern,
mit Freunden und Weggefährten.
Ein Auge voller Tränen,
das andere voller Blut …
Wir sehnen uns brennend
nach deinem engelhaften Leben.
An diesem Tag
regnete es Trauer
in die vom Unglück getroffenen Herzen.
An diesem Tag
nahmen wir hilflos Abschied voneinander.
O wohlriechende Blume des Tengritagh,
wir sind hier –
du bist dort,
für immer
in ewiger Sehnsucht vereint.
17.02.2026 – Deutschland
